Wo geht meine Energie eigentlich hin?

Manchmal sind wir am Abend erschöpft und können trotzdem kaum benennen, wofür unsere ganze Kraft draufgegangen ist. Denn Energie fließt nicht nur in sichtbare Aufgaben wie Arbeit, Haushalt oder Termine. Auch Grübeln, innere Anspannung, Konflikte, Perfektionismus, Sorgen und das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein, verbrauchen Kraft.

Mit dem folgenden Energiekuchen kannst du einmal sichtbar machen, wie du deine Energie im Moment verteilst. Du brauchst dafür nur ein Blatt Papier und einen Stift.

Dein Energiekuchen heute

Zeichne einen großen Kreis. Dieser Kreis steht für die gesamte Energie, die dir an einem durchschnittlichen Tag zur Verfügung steht. Teile ihn nun spontan in einzelne Tortenstücke auf.

Mögliche Bereiche sind:

  • Arbeit und Verpflichtungen
  • Haushalt und Organisation
  • Familie, Partnerschaft und andere Menschen
  • Sorgen und Grübeln
  • Perfektionismus und Kontrolle
  • Konflikte und Ärger
  • eigene Bedürfnisse
  • Ruhe und Erholung
  • Freude, Bewegung, Natur oder Kreativität

Du kannst selbstverständlich eigene Bereiche ergänzen. Es geht nicht um mathematische Genauigkeit, sondern um dein persönliches Empfinden.

Schau deinen Energiekuchen anschließend in Ruhe an.

  • Welcher Bereich bekommt im Moment das größte Stück?
  • Passt diese Verteilung zu dem, was dir wirklich wichtig ist?
  • Wofür verwendest du viel Energie, obwohl es dir kaum guttut?
  • Welche Gedanken oder Situationen beschäftigen dich länger, als du möchtest?
  • Wo fühlst du dich verantwortlich, obwohl etwas vielleicht gar nicht deine Aufgabe ist?
  • Welche Tätigkeiten kosten Kraft, sind aber wirklich notwendig?
  • Was kostet Energie, ohne dich deinem eigentlichen Ziel näherzubringen?
  • Welcher Bereich gibt dir Kraft zurück?
  • Wie groß ist das Stück, das im Moment für dich selbst übrig bleibt?

Versuche, deine Antworten zunächst nur wahrzunehmen. Dein Energiekuchen soll dir nicht zeigen, was du alles falsch machst. Manche Lebenssituationen benötigen vorübergehend sehr viel Kraft und lassen sich nicht einfach verändern. Es geht darum, bewusster zu erkennen, wo deine Energie gerade hinfließt.

Wie soll dein Energiekuchen aussehen?

Zeichne nun einen zweiten Kreis. Teile ihn so auf, wie du deine Energie zukünftig lieber verteilen möchtest. Auch dieser Kreis muss nicht perfekt oder vollständig realistisch sein. Er zeigt zunächst eine Richtung.

  • Welches Stück darf etwas kleiner werden?
  • Welcher Bereich soll mehr Raum bekommen?
  • Wo möchtest du weniger grübeln, kontrollieren oder dich verantwortlich fühlen?
  • Was möchtest du vereinfachen, verschieben, abgeben oder ganz weglassen?
  • Wofür möchtest du die dadurch frei werdende Energie verwenden?

Vergleiche anschließend beide Kreise. Du musst nicht sofort deinen ganzen Alltag verändern. Suche dir nur ein einziges Tortenstück aus.

Dein kleiner Schritt

Vervollständige für dich diese beiden Sätze:

Ich möchte weniger Energie verwenden für …

Die dadurch frei werdende Energie möchte ich einsetzen für …

Vielleicht möchtest du einer Sache heute fünf Prozent weniger Kraft geben. Das kann bedeuten, eine Aufgabe nicht ganz so perfekt zu erledigen, ein Gespräch innerlich loszulassen, eine Verantwortung zurückzugeben oder dir zehn Minuten Zeit für etwas zu nehmen, das dich nährt.

Es geht nicht darum, deine Energie immer optimal einzusetzen. Auch das würde schnell zur nächsten Aufgabe werden. Es geht darum, wieder bewusster wählen zu können: Was braucht meine Kraft wirklich – und was darf heute ein etwas kleineres Stück vom Kuchen bekommen?