Das „Innere Kind“ ist ein psychologisches Modell, welches es sowohl in der klassischen Psychotherapie, als auch im Schamanismus gibt.
Was hat es damit auf sich?
Wir alle haben viele innere Kinder in uns, so ist meine persönliche und berufliche Erfahrung. Es gibt sowohl gesunde Kinderanteile in uns, als auch die Verletzten. Beide entstehen durch sich wiederholende Erfahrungen und Prägungen.
Die gesunden Anteile entstehen wenn wir z.B. mit unseren Eltern immer wieder Freude haben bei gemeinsamen Unternehmungen oder grundsätzlich bestärkt werden wenn wir etwas Neues lernen wollen. Dann reifen wir wahrscheinlich zu Menschen heran, die Freude in Gesellschaft haben und es sich zutrauen, neue Fähigkeiten zu erlernen.
Genauso entwickelt sich in uns auch das verletzte Kind. Vielleicht hat es Traumatisierungen erfahren, Vernachlässigung oder immer wieder ein bestimmtes Gefühl vermittelt bekommen. Ein Kind das neugierig ist und gerne Neues ausprobiert, von den Bezugspersonen ständig gebremst wird und hört „Du kannst das nicht“ oder „pass auf!“ wird möglicherweise seine Spontaneität unterdrücken und ängstlich, bzw. mit wenig Selbstvertrauen an Neues herangehen. So können Prägungen entstehen, die immer wieder unseren Alltag beeinflussen.
Wie beeinflussen diese inneren Kinder mein Leben?
Sind uns diese Muster und versteckten Prägungen nicht bewusst, kann es sein, dass sie in unserem Alltag die Regie übernehmen. Wir kennen es wahrscheinlich alle, dass wir in einem Konflikt oder einer stressigen Situation sehr emotional reagieren und hinterher nicht mehr wissen warum wir so außer uns waren. In solchen Momenten werden oft alte Verletzungen angestoßen und wir reagieren mit einer Emotion, die unser verletztes Kind gezeigt hätte. Solche Reaktion können Ärger, Hilflosigkeit oder auch Trotz sein. Verständlicherweise ist unser Umfeld dann irritiert und gütliche Einigungen sind schwierig umzusetzen.
Wie kann ich in der Therapie mit dem inneren Kind arbeiten?
In der Praxis kommen die Patienten und Patientinnen oftmals mit dem Wunsch zu mir, mehr auf ihre Bedürfnisse zu hören, mehr Selbstliebe zu entwickeln oder auch Konflikte in ihrem Umfeld besser lösen zu können. Diese Wünsche haben meiner Erfahrung nach alle mit unseren inneren Kind Anteilen zu tun. Warum weiß ich nicht was ich brauche? Und warum nehme ich mich nicht wichtig genug? Sind häufige Fragen in diesem Zusammenhang, meistens mit dem Gefühl vom Partner oder Umfeld nicht wirklich verstanden, bzw. gehört zu werden. Wenn ich mit meinen Patienten therapeutisch arbeite, stellen wir uns diesen Fragen und Gefühlen. Ich arbeite individuell mit jedem Patienten und jeder Patientin daran, ihr inneres, verletztes Kind kennen zu lernen, zu verstehen und das unerfüllte Bedürfnis dahinter zu erkennen. Jeder Mensch ist unterschiedlich und deshalb ist auch jede Sitzung mit dem Thema inneres Kind anders. Mit Hilfe von Aufstellungen, Innenreisen oder auch schamanischen Techniken entwickle ich ein individuelles Konzept für jeden Patienten. Das Ziel der Arbeit ist es, sich selbst besser kennen zu lernen und für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Am Ende eines Prozesses steht dann oftmals das Ergebnis, sich selbst mit mehr Liebe und Verständnis begegnet zu sein.
Um einen Einblick in das Thema „Inneres Kind“ zu bekommen habe ich für dich zwei Videos veröffentlicht, die du dir direkt ansehen kannst.
Das Innere Kind Teil 1 erklärt noch einmal die Methode
Das Innere Kind Teil 2 ist eine Übung zum Mitmachen. Es ist gut wenn du dir dafür etwas Zeit nimmst, denn sie kann intensiv wirken.