Übung: Streichen statt „To do“

Was darf aus deinem Kalender verschwinden?

Vielleicht kennst du diesen Gedanken: Erst wenn alles erledigt ist, darf ich mich um mich kümmern. Nur ist selten wirklich alles erledigt. Kaum ist eine Aufgabe abgehakt, wartet schon die nächste – und die Zeit, die eigentlich für dich gedacht war, wird wieder gestrichen.

Eine Patientin erzählte mir, dass ihr empfohlen worden war, ihren Alltag mit einem ausführlichen Wochenplan neu zu strukturieren. Doch schon die Vorstellung, jetzt auch noch einen Plan erstellen und weitere Dinge eintragen zu müssen, setzte sie unter Druck. Sie sagte sinngemäß: „Ich muss gerade nicht überlegen, was ich noch alles in meinen Kalender hineinbekomme. Ich muss erst einmal schauen, was ich streichen kann.“

Vielleicht brauchst auch du gerade keinen neuen Plan und keine weitere Aufgabe zur Selbstoptimierung. Vielleicht brauchst du zuerst ein wenig mehr Luft.

Deshalb habe ich dir einen kleinen Kalender-Check erstellt. Nimm dir deinen Kalender für diese oder die kommende Woche und gehe die einzelnen Termine und Aufgaben durch. Frage dich dabei nicht nur: Wie bekomme ich das alles hin? Frage dich auch:

Muss ich das wirklich heute tun?

Muss ich es in dieser Woche tun?

Muss ich es genauso aufwendig machen, wie ich es eingeplant habe?

Und muss es überhaupt von mir erledigt werden?

Vielleicht entdeckst du eine Aufgabe, die du streichen, verschieben, abgeben oder in einer kleineren Version erledigen kannst. Es muss nichts Großes sein. Manchmal reichen schon fünf oder zehn freigewordene Minuten, um wieder ein kleines Stück bei dir anzukommen.

Und ganz wichtig: Der freie Platz muss nicht sofort mit der nächsten Aufgabe gefüllt werden. Vielleicht darf dort stattdessen stehen:

Verabredung mit mir.

Hier findest du deinen Kalender-Check zum Herunterladen und Ausdrucken:

Kalender_Check_Was_darf_ich_streichen

Herzlichst Deine

Andrea Götte