Du triffst dich mit Freunden oder alten Bekannten aus deiner Schulzeit. Vielleicht lernst du auch neue Leute auf einer Party kennen. Und es passiert automatisch. Du vergleichst dich mit ihnen. Du fühlst dich dabei unwohl und in deiner Herzgegend zieht sich etwas zusammen. Andere scheinen weiter zu sein, erfolgreicher, glücklicher, angekommen. Und während du noch lächelst und zuhörst, arbeitet es in dir. Ein Druck im Bauch, ein Kloß im Hals, ein leises Ziehen in der Brust. Die Gedanken kreisen. Bin ich zu spät? Habe ich etwas verpasst? Bin ich falsch abgebogen?
Selbstzweifel sind kein Zeichen von Schwäche
Viele Menschen glauben, mit ihnen stimme etwas nicht, weil sie zweifeln. Dabei sind Selbstzweifel kein persönliches Versagen, sondern ein uraltes Schutzprogramm unseres Nervensystems. Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Zugehörigkeit zu sichern. Zu einer Gruppe zu gehören war in ganz frühen Zeiten lebenswichtig. Ein Ausschluss bedeutete möglicherweise den Tod. Deshalb stellen wir uns die Fragen: Bin ich richtig? Bin ich genug? Wie finden mich die anderen?
Heute lebt dieses Programm weiter – aber in einer Welt, für die es nie gedacht war. Wir vergleichen uns nicht mehr mit einer kleinen Gruppe, sondern mit hunderten idealisierten Bildern, Erfolgen und Lebensentwürfen. Kein Nervensystem kann das dauerhaft neutral verarbeiten.
Dein Körper weiß wie du dich fühlst
Der Körper weiß oft früher, was der Kopf noch erklärt.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder: Selbstzweifel äußern sich nicht nur Gedanken. Sie zeigen sich im Körper. Als Anspannung im Bauch, Enge im Brustraum, flacher Atem oder innere Unruhe. Der Körper reagiert unmittelbar auf die Geschichten, die wir uns erzählen. Bei meinen Patienten erlebe ich dies tagtäglich wie ihr Körper auf ihre Gedankenwelt reagiert. In Achtsamkeitsübungen nehmen die Menschen wahr, wie sich ein Wort, ein Satz im Kopf unmittelbar auf ihr Nervenkostüm auswirkt. Die Anspannung kann gefühlt, die Blockade beschrieben werden. Und somit entsteht mehr und mehr ein Gefühl für sich selbst. Alles hängt zusammen und hat eine Auswirkung.
Genau hier setzt Inbodivine an. Nicht nur zu verstehen, warum ich zweifle, sondern zu spüren, was diese Zweifel mit mir machen. Denn erst wenn wir den Körper mit einbeziehen, wird echte Veränderung möglich.
Der innere Kritiker
Diese kritische Stimme klingt vertraut, fast wie du selbst. Doch sie besteht aus alten Sätzen, die du irgendwann übernommen hast. Von Eltern, Lehrern, Beziehungen, gesellschaftlichen Erwartungen. Sie formt ein Selbstbild, dem du unbewusst zu entsprechen versuchst. Das Entscheidende ist: Diese Stimme ist nicht dein wahres Selbst. Sie ist ein erlerntes Muster. Und Muster lassen sich verändern. Es entstehen Glaubenssätze, die wir in der Therapie hinterfragen und somit ihre Unwahrheit erkennen.
Warum äußere Ziele oft nicht das erfüllen, was wir uns erhoffen
Viele Wünsche richten sich auf äußere Dinge: Beziehung, Erfolg, Sicherheit, Anerkennung. Und doch zeigt die Erfahrung, dass erfüllte Wünsche nicht automatisch inneren Frieden bringen. Was wir wirklich suchen, sind Zustände. Ruhe. Verbundenheit. Lebendigkeit. Echtheit. Diese entstehen nicht durch das Erreichen eines Ziels, sondern in dem Moment, in dem innerer Druck nachlässt und wir ganz im Hier sind. In der Körperarbeit zeigt sich das deutlich. Sobald wir aus dem inneren Kampf aussteigen, verändert sich etwas. Der Atem wird tiefer. Die Muskulatur lässt los. Präsenz entsteht. Und genau dort liegt das, wonach wir eigentlich suchen.
Bewusstheit ist der Schlüssel zur Veränderung
Solange Gedanken und Gefühle automatisch ablaufen, bleiben wir gefangen in alten Schleifen. Erst wenn wir innehalten und wahrnehmen, was gerade in uns geschieht, entsteht Wahlfreiheit.
Was denke ich gerade über mich?
Was löst dieser Gedanke in meinem Körper aus?
Ist das wirklich eine Wahrheit – oder nur eine alte Geschichte?
Diese Form der achtsamen Selbstbeobachtung ist kein intellektuelles Konzept, sondern eine körperlich erfahrbare Praxis. Und sie ist der erste Schritt zurück zu dir.
Wenn sich dein Selbstbild verändert, verändert sich auch dein Blick auf das Leben. Und plötzlich tauchen Möglichkeiten auf, die vorher unsichtbar waren.
Von Selbstzweifeln zu Akzeptanz
Sich aus alten Mustern zu lösen, geschieht nicht über Nacht. Und es muss auch nicht alleine geschehen. Manchmal braucht es einen sicheren Raum, um alte Geschichten zu fühlen, zu hinterfragen und im Körper neu zu verankern. Wenn diesem Prozess Raum gegeben wird, kann etwas Wunderbares geschehen. Du entwickelst immer mehr Akzeptanz für dich selbst und siehst deine Einzigartigkeit. Klar du bist anders als die anderen, gehst einen anderen Weg. Und das ist auch gut so!
Herzlichst Deine
Andrea